Maler- und Lackierer-Innung Lübeck


Von:  Arne Hansen - KH Ostholstein / 22.07.2019 / 13:00 / 30 Tag(e)


Ausbildungsplatz dank „Willkommenslotsen“


In vielen Regionen der Welt herrschen Krieg, Diktatur, politische oder religiöse Verfolgung und Perspektivlosigkeit für die Bevölkerung. Daher sind in den vergangenen Jahren zahlreiche Menschen ins sichere Europa geflüchtet. Einige davon haben inzwischen in Schleswig-Holstein eine neue Heimat gefunden.

Viele der Neubürgerinnen und Neubürger sind hochmotiviert und möchten auch beruflich im Land zwischen den Meeren Fuß fassen. Dies hat sich auch schon für eine Reihe von Betrieben des Maler- und Lackiererhandwerks als Glücksfall erwiesen, in dem junge Geflüchtete als Auszubildende oder Angestellte den wachsenden Fachkräftebedarf in den Unternehmen zumindestens in Teilen kompensieren können.   

Eines von landesweit zahlreichen Musterbeispielen in den Unternehmen des Maler- und Lackiererhandwerks findet sich in Genin, einem Stadtteil der Hansestadt Lübeck. Über die Willkommenslotsin der Handwerkskammer Lübeck Frauke Lympius wurden dem Maler- und Lackierermeister Holger Schöler Anfang des Jahres 2018 zunächst drei junge Geflüchtete als Praktikanten vermittelt.
Ziel des durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projektes der „Willkommenslotsen“ ist die Unterstützung der Handwerksbetriebe vor Ort bei der Ausbildung und Beschäftigung von Flüchtlingen. Die Mitarbeiter des Projektes beraten die Betriebsinhaberinnen und -inhaber rund um Fragen zur Sprachförderung, des Aufenthaltsstatus, des Qualifikationsbedarfes sowie zu Förder- und Unterstützungsmöglichkeiten. Darüber hinaus geben sie Hilfestellung bei der Etablierung und Weiterentwicklung der Willkommenskultur im Unternehmen und helfen den Unternehmen, die passenden Interessenten aus dem Kreis der Geflüchteten für Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatzangebote zu finden.

Seit Projektbeginn im März 2016 hat allein Frauke Lympius in der Hansestadt Lübeck sowie in den Kreisen Stormarn, Ostholstein und Herzogtum Lauenburg mehr als 400 Migranten betreut und konnte diese vielfach in ein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis im Handwerk vermitteln. 
So auch bei Holger Schöler, der zwei der ehemaligen Praktikanten seit September 2018 zum Maler und Lackierer ausbildet und einen weiteren als Helfer beschäftigt. Der 20-jährige Jawad Norouzi stammt aus Afghanistan, lebt seit rund 3 ½ Jahren in der Bundesrepublik und berichtet im Gespräch mit der „Lackschicht“ in hervorragendem Deutsch begeistert von den ersten Monaten seiner Berufsausbildung. Auch Garegin Arakelyan ist glücklich, bei Holger Schöler einen Ausbildungsplatz im farbigen Handwerk gefunden zu haben. Der Armenier ist im Jahr 2015 mit seiner Familie nach Lübeck übergesiedelt und gehört mit seinen 39 Jahren zu den reiferen Nachwuchskräften im Unternehmen.   

 

Im persönlichen Gespräch mit der Lackschicht wird deutlich, dass die beiden jungen Männer nicht nur Spaß und Erfüllung an ihrer neuen Arbeit im Maler- und Lackiererhandwerk gefunden haben, sondern dass auch die persönliche Chemie mit Betriebsinhaber und Ausbilder Holger Schöler sowie den weiteren Kollegen stimmt. Der Lübecker Maler- und Lackierermeister berichtet, dass er seine Mitarbeiter in die Entscheidung, ob und wer einen Ausbildungsplatz im Unternehmen erhält, stets mit einbezieht. Im Falle von Jawad Norouzi als auch von Garegin Arakelyan haben alle Beschäftigte ohne jede Diskussion zugestimmt, dass die beiden ehemaligen Praktikanten als Lehrlinge dem Unternehmen erhalten bleiben.  

Diese Entscheidung habe er bis heute keinen Tag bereut, bestätigt Holger Schöler, der sich sehr angetan von der hervorragenden Arbeitsmoral und den bisherigen Leistungen seiner neuen Mitarbeiter zeigt. So haben beide den ersten überbetrieblichen Lehrgang bei der Maler- und Lackierer-Innung Lübeck mit sehr guten bzw. guten Ergebnissen abgeschlossen. 

Nach den Worten von Holger Schöler kann sich bereits jetzt gut vorstellen, beide nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung in etwas mehr als zwei Jahren als Gesellen in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis zu übernehmen.
Ohne die Unterstützung durch das Projekt der Willkommenslotsen, in diesem Fall in Person von Frauke Lympius, hätte er wohl erheblich mehr Schwierigkeiten gehabt, gute Nachwuchskräfte zu finden, zeigt sich Holger Schöler überzeugt.
Zum Abschluss des Gespräches mit der Lackschicht waren sich alle Anwesenden einig, dass motivierte und integrationswillige Geflüchtete ein Gewinn für jedes Unternehmen sein können und dass die Willkommenslotsen einen wichtigen Anteil dazu beitragen, Hemmnisse und Schwierigkeiten bei der betrieblichen Integration von ausländischen Arbeitskräften verringern zu können.

Die Willkommenslotsen der Handwerkskammern Lübeck und Flensburg stehen interessierten Betriebsinhaberinnen und Betriebsinhabern gerne zur Verfügung:

Ingo Green             Tel.: 0431/666563-816     
E-Mail:
igreen@hwk-luebeck.de
(zuständig für die Städte Kiel und Neumünster und die Kreise Plön und Segeberg, nördlich der B206 inkl. Bad Segeberg)

Frauke Lympius      Tel.: 0451/1506-171         
E-Mail: flympius@hwk-luebeck.de
(zuständig für die Hansestadt Lübeck und die Kreise Stormarn, Ostholstein und Herzogtum Lauenburg)

Birgit Wacker          Tel.: 04121/795-164         
E-Mail: bwacker@hwk-luebeck.de
(zuständig für die Kreise Steinburg, Pinneberg und Segeberg, südlich der B206 inkl. Bad Bramstedt

Gitta Ketelsen         Tel.: 0461/866-293          
E-Mail: g.ketelsen@hwk-flensburg.de
(zuständig für den Handwerkskammerbezirk Flensburg)

Volker Sczech         Tel.: 0461/866-248          
E-Mail: v.sczeck@hwk-flensburg.de
(zuständig für den Handwerkskammerbezirk Flensburg)

 

                                                                                                                         

 

   

 

 

 

 

 

 

   

 

 

 

 

 


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